Dienstreisen & Reisekosten: Was ändert sich 2020?

Dienstreisen und Reisekosten Neuerungen 2020

Wie jedes Jahr wurde auch in diesem November das Schreiben des Bundesfinanzministeriums (BMF) an die Oberfinanzbehörden der Länder veröffentlicht. In diesem lesen Sie sämtliche Neuerungen und Änderungen bezüglich der Reisekosten und der steuerlichen Behandlung einzelner Komponenten einer ordnungsgemäßen Reisekostenabrechnung. Ebenfalls ist die aktualisierte Tabelle in dem BMF-Schreiben enthalten, die die Verpflegungs- und Übernachtungspauschalen für 180 Länder umfasst.

Neuerungen 2020 auf einen Blick

#1 Höhere Spesensätze (Verpflegungspauschalen)

Eine willkommene Neuerung für jeden Dienstreisenden ist die Erhöhung der Spesensätze, insbesondere für das Inland. Bekam ein Reisender bisher € 12 für eine Abwesenheit von 8-24 Stunden vom Heimatort, kann er ab 2020 € 14 pro Tag geltend machen. Bleibt der Reisende seinem Wohnort mehr als 24 Stunden fern, dürfen im neuen Jahr € 28 (statt der bisherigen € 24) angesetzt werden. Die Höchstwerte für das Ausland wurden ebenfalls aktualisiert und sind in der neuen Tabelle des BMF zu finden.

#2 Übernachtungspauschalen für das Ausland

Die Übernachtungspauschale für das Inland hat sich nicht geändert – für eine auswärtige Übernachtung darf ein reisender Mitarbeiter auch in 2020 € 20 geltend machen. Die Höchstwerte für das Ausland wurden jedoch bei einigen Ländern angepasst. Alle Beträge sind in der Tabelle des BMF aufgelistet. Ist ein Land nicht in der Tabelle aufgeführt, gilt der Höchstwert für Luxemburg.

#3 Steuerliche Änderungen

Für 2020 sind für Reisekostenabrechnungen steuerliche Verbesserungen im Bereich der Lohnsteuer geplant. So sind im neuen Jahr Weiterbildungsmaßnahmen, die im Interesse des Arbeitgebers durchgeführt werden, steuerfrei (§3, Art.19 EStG).

Kurz zu erwähnen ist auch eine neue Lohnsteuer-Regelung für ausländische Mitarbeiter. Details hierzu lesen Sie in dem aktuellen Schreiben des BMF und ausführlich in §39, Abs.3 des Einkommensteuergesetzes.

Stellt ein Arbeitgeber seinem Mitarbeiter kostenlosen oder vergünstigten Wohnraum zur Verfügung, wird dies als steuerpflichtiger Sachbezug bewertet. Für das Jahr 2020 soll ein sogenannter Bewertungsabschlag bei Mitarbeiterwohnungen in Höhe eines Drittels des ortsüblichen Mietpreises berechnet werden. Beträgt das gezahlte Entgelt mindestens zwei Drittel des Mietwertes und beträgt dieser nicht mehr als € 25/m², unterbleibt die Bewertung als Sachbezug.

#4 Pauschale für Berufskraftfahrer

Bisher durfte ein LKW-Fahrer, der in seinem Fahrzeug übernachtet, einen Pauschalbetrag von € 5 pro Nacht geltend machen. Dieser Betrag ist für 2020 auf € 8 angehoben worden. Zu den Aufwendungen eines LKW-Fahrers zählen beispielsweise Gebühren für den Rastplatz / Autohof sowie Aufwendungen für die Benutzung von Toiletten und Duschen auf Raststätten. Entstehen dem Fahrer höhere Kosten als die Pauschale von € 8, darf er die tatsächlich angefallenen Ausgaben im Rahmen seiner jährlichen Steuererklärung geltend machen.

#5 Jobtickets

Auch in 2020 bleiben die Aufwendungen von Mitarbeitern für die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel für den Arbeitsweg steuerfrei, wenn sie zusätzlich zum Arbeitslohn gezahlt werden. Erhält ein Mitarbeiter die täglichen Fahrten von und zur Arbeitsstätte von seinem Arbeitgeber ganz oder teilweise erstattet, sind diese Vergütungen bei der Berechnung des Kilometergeldes bei den Werbungskosten zu berücksichtigen. Erfolgt die Erstattung der Fahrtkosten im Zuge einer Gehaltsumwandlung, werden Jobtickets mit einer Pauschale von 25% versteuert, bleiben jedoch sozialversicherungsfrei.

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Quelle: BMF-Schreiben vom 15.11.2019

Lesen Sie hier das aktuelle Schreiben des BMF. In diesem ist ebenfalls die Tabelle mit den Höchstwerten für Unterkunft und Verpflegung für das Ausland 2020 enthalten.

 
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